Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter Zubin Mehta

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Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker gehört zu meinem Jahreswechsel seit ich in Wien gelebt habe – also seit 1981. Jedes Jahr sehe ich die Übertragung – gleichgültig, wo auf der Welt ich mich befinde – mal mit größerer Freude mal mit geringerer; vor allem die Konzerte unter Karajan und Kleiber sind mir in bleibender Erinnerung.

Dieses Jahr dirigierte Zubin Mehta, zum 5. Mal dieses außergewöhnliche Ereignis – und es war musikalisch ein wunderbares Konzert. In der Pause und auch während der Übertragung großartige und wunderschöne Bilder der Stadt. Alles ist schön, die Sonne scheint auf allen Einstellungen, die Menschen sind glücklich und leben in großer Harmonie zusammen – ein Schelm der Böses dabei denkt.

Ein Meisterwerk der Selbstdarstellung und der Vermarktung Wiens; wie viele Menschen wohl während der Übertragung im Geiste ihre nächste oder auch erste Reise nach Wien planen? – Absolut genial; Wien eine der schönsten Städte der Welt, solange man den Bildern dieser Übertragung folgt und die Augen ganz fest vor einem weiteren großen Teil des Gesamtbildes verschließt; der immensen, sich in den Wahlergebnissen dokumentierenden Fremdenfeindlichkeit der in dieser Stadt lebenden und wählenden Menschen, der als Wiener Schmäh verbrämten tief verwurzelten Lust an der Intrige und der in einer überwältigenden Menge an Wiener Liedern offenbar werdenden Lust an Tod und Untergang – von der bis heute noch lebendigen Sichtweise Österreichs als erstem Opfer Nazideutschlands ganz zu schweigen.

Es gibt immer mehrere Seiten, Sichtweisen und Darstellungsmöglichkeiten und die für den Fremdenverkehr – was für ein Wort ! – zuständigen Behörden Wiens würden ihren Auftrag komplett verfehlen, würden sie diese Übertragung in irgendeiner anderen Weise ausüben als so wie sie gezeigt wird, aber es ist immer gut, sich die innere Freiheit eines Gesamtbildes zu erlauben und zu dem gehören unter anderem die oben angeführten Themen. Das heutige Konzert unter Zubin Mehta wird mir dennoch und trotzdem als eines der besten in bleibender Erinnerung bleiben.

Wien bleibt Wien – und das war immer auch schon als eine Drohung aufzufassen.

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